Am Freitag, 23.Juli 2021 ab 19:00 Uhr

Eberhard Kittler: Ultimative Reife(n)prüfung 30.000-km-Härtetest des Ur-Golf auf der Carrera Panamericana

E. Kittler zwischen Busch-Golf und Begleitfahrzeug im AutoMuseum Volkswagen
©Volkswagen Aktiengesellschaft E. Kittler zwischen Busch-Golf und Begleitfahrzeug im AutoMuseum Volkswagen
©Volkswagen Aktiengesellschaft
E. Kittler zwischen Busch-Golf und Begleitfahrzeug im AutoMuseum Volkswagen ©Volkswagen Aktiengesellschaft
Start im Oktober im verschneiten Alaska
©Volkswagen Aktiengesellschaft Start im Oktober im verschneiten Alaska
©Volkswagen Aktiengesellschaft
Start im Oktober im verschneiten Alaska ©Volkswagen Aktiengesellschaft
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Über den höchsten Punkt der Anden
©Volkswagen Aktiengesellschaft Über den höchsten Punkt der Anden
©Volkswagen Aktiengesellschaft
Über den höchsten Punkt der Anden ©Volkswagen Aktiengesellschaft
©Volkswagen Aktiengesellschaft ©Volkswagen Aktiengesellschaft
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Die Panamericana-Tour des nagelneuen Golfs im Herbst 1974 bewies, wie man mit wenig Aufwand einen werblichen Donnerschlag setzen kann. Volkswagen präsentierte seinerzeit neue Autos noch sehr zurückhaltend - die Händler würden es schon richten. Zudem steckte das Unternehmen damals in der Krise.

Da kam die Anfrage des legendären, Pfeife rauchenden Gentleman-Journalisten Fritz B. Busch (†2010) gerade recht. Der war gar zu gern in aller Welt unterwegs, wenn er denn Sponsoren fand. Jetzt wollte er den sagenumwobenen Pan-amerikanischen Highway von Alaska nach Feuerland absolvieren. Und er hatte sogar eine Idee, wer das Ganze zahlen würde: Reifenhersteller Pirelli, der just seinen neuen Cinturato-P3-Reifen bekannt zu machen gedachte.

Volkswagen bewilligte Busch daraufhin einen 70-PS-Golf-Testwagen sowie ein Begleitteam, das einen Bulli T2 und einen weiteren Golf fuhr. Nein, keine Dolmetscher, Locationscouts, Securityleute, keine Hubschrauber und Servicestationen - der 32.000 km-Härtetest wurden binnen 94 Tagen quasi mit Bordmitteln absolviert. Der eine oder andere Dollarschein und großzügig überreichte Golf-Modelle in 1 : 43 (von denen ich gar zu gern eins hätte) mögen die Überquerung südamerikanischer Grenzen und manche Notreparatur erleichtert haben.

Unterboden, Tank und Scheinwerfer trugen Schäden davon - aber die Reifen (nur ein Satz!) hielten durch. Und die weitgehend serienmäßigen Golf-Erprobungswagen auch! Glücklicherweise hatte ihnen jemand in Wolfsburg einen vernünftigen Korrosionsschutz verpasst - und darum zählen die beiden Zeitzeugnisse heute zu den ältesten überlebenden Käfer-Nachfolgern. Kenner wissen genau, woran sie zu identifizieren sind (Schwalbenschwanz, fehlende Sicke auf der Motorhaube) - mittlerweile werden diese Features von Fans sogar nachträglich eingebracht. Die allermeisten anderen Ur-Golf rosteten sich zu Tode, was dem Vernehmen nach an osteuropäischem Blech gelegen haben soll, das unsachgemäß zusammen mit Buntmetall in großen Trommeln im Freien lagerte.

Jenes Fahrzeug, das damals von wechselnden VW-Servicemitarbeitern über die Carrera gehievt wurde, gehört dem Wolfsburger AutoMuseum. Das andere ist eine Leihgabe des Fritz-B.-Busch-Museums, das vor einigen Jahren ins Traktorenmuseum am Bodensee integriert wurde. Dankenswerterweise ließ man sich dort überzeugen, das Busch-Testfahrzeug als Dauerleihgabe nach Niedersachsen zu geben - so dass seit 2014 endlich die beiden brilliantgelben Testautos wieder vereint sind.

Eberhard Kittler (Jahrgang 1955) ist mit Leib und Seele Motorjournalist.
Der studierte Diplomingenieur war Lektor in einem Buchverlag und als Redakteur für verschiedene Fach-Publikationen tätig: Oldtimer-Markt, mot und auto motor und sport. 2009 wechselte er in die Industrie zum Volkswagen Konzern, wo er den Classic-Bereich aufbaute und anschließend die Stiftung AutoMuseum leitete. Kittler hat über 30 Sachbücher zu Automobilthemen veröffentlicht.

Der Eintritt kostet 10,- €; FörderFreunde haben freien Zugang. Tickets gibt es im Vorverkauf im PS.SPEICHER oder an der Abendkasse.

Um die Veranstaltung überhaupt durchführen zu dürfen, müssen natürlich sämtliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingehalten werden. Dies bedeutet, dass alle Gäste die Abstandsregelungen einhalten müssen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Form einer Alltags- oder Community-Maske unumgänglich ist. Behelfsmäßig ist auch eine Bedeckung mit einem Schal oder Tuch möglich. Zudem wurde der Bestuhlungsplan für die PS.Halle dementsprechend angepasst.

Interessierte werden unbedingt gebeten, sich im Büro der FörderFreunde unter Tel. 05561 92320 270 bzw. per E-Mail an ursula.raschke@ps-speicher.de vorab anzumelden.

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